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Wie die meisten Aquarianer wurde auch mein aquaristischer Grundstein in der Kindheit gelegt. Mein Vater hatte ein Aquarium und so wurde in meinem Kinderzimmer auch ein kleines Aquarium aufgestellt. Und ich kann mich daran erinnern, dass es mit Guppys, Platys und auch mal mit Wasserschildkröten besetzt war.

Der Rohbau

Der Rohbau erfolgt dann während der Bundeswehrzeit in Rendsburg. Auf unserem Dienstzimmer stand ein Aquarium, was dringend einen Pfleger suchte. Und da es eine gute Gelegenheit war sich vor der Kasernenrunde Dauerlauf zu drücken erklärte ich mich bereit diesen Job zu übernehmen. Es dauerte auch nicht lange und zu Hause wurde auch ein kleines 100-Liter-Becken aufgestellt. Viel Erfahrung hatte ich ja noch nicht und sowas wie "Nitrit-Peak", "Einlaufzeit" etc. waren Fremdwörter. Nach 3 Tagen zogen die ersten Bewohner in das neue Zuhause ein. Zwei blaue Antennenwelse, die durch meine Frau liebevoll "Emma und Willi" getauft wurden, durften sich im Aquarium breit machen. Wenig später folgte dann der weitere Besatz den ich zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr zusammen bekomme, aber er war bunt.

Der Aquarienbestand bei uns Zuhause wurde nach und nach aufgestockt. Als Erstes folgte ein 200-Liter-Aquarium samt Besatz und als dann auch noch Emma & Willi ihren ersten Nachwuchs ins Aquarium setzten, kam noch ein 54-Liter-Aquarium dazu. Später gesellte sich noch ein 100-Liter, ein 220-Liter-Eck-Aquarium und ein 12-Liter-Becken, in dem die Skalareier großgezogen wurden, hinzu. Aber das wurde uns langsam zu viel und zu teuer. Die erste Stromrechnung war der Hammer, ca. 500,- € Nachzahlung waren dann doch zu viel. Und so wurden alle Aquarien bis auf das Eckbecken abgeschafft. Die Aquarien wurden über Ebay versteigert oder im Bekanntenkreis vergeben. Die Fische fanden über die Zierfischbörse der Zierfischfreunde Kreis Rendsburg neue Besitzer. Ab diesem Zeitpunkt war ich auch bei den regelmäßigen Treffen, Börsen und Veranstaltungen der Zierfischfreunde dabei. Leider mussten wir die Zierfischbörse im April 2005 einstellen. Wir konnten keine Lokalität finden, in der wir unsere Börse abhalten konnten. Die Treffen finden weiterhin statt, nur das Thema Aquaristik ist etwas in den Hintergrund gerutscht.

Aufstieg zum Züchter?!?

Wenn man nichts nachzüchtet, kann man auf Börsen auch nichts anbieten. Und immer den Kaffee- und Kuchenverkauf leiten wollte ich auch nicht. Also stellte ich mir eine kleine Zuchtanlage zusammen, in der ich dann Guppys vermehrte. Durch den Erfahrungsaustausch mit den Zierfischfreunden und den Züchtern auf den Börsen wurde das Zuchtregal in einen beheizten Raum gestellt und über Lufthebefilter betrieben, womit sich die Stromkosten in Grenzen hielten. Das Regal bestand aus 8 40x35x35 Becken und einem 80x40x40 Becken mit Trennscheibe in dem ich die Gubbymänchen und -weibchen trennte.

Der L46 hält einzug

Die Gubby-Vermehrung lief gut und ich suchte eine neue Herrausfoderung, ich wollte nun wirklich züchten. Da mich der L46 (Hypancistrus Zebra) schon länger faszinierte fiel die Wahl auf ihn. Ein 60'er Becken stand da noch im Keller und ein Platz im Regal war auch noch frei. Also Becken rein, Wasser rein, Heizer und Filter an. Über das Internet wurden passende Höhlen bestellt und Kontakt zu Züchtern aufgenommen. Nachdem sich die Wasserwerte im L46 Aquarium eingependelt hatten, wurden 3 ca. 3-4 Monate alte L46 aus Hamburg geholt. Ich stellte mich schon darauf ein, dass mit Nachwuchs erst in einigen Jahren zu rechnen ist. Auf einer Aquaristik-Shopping-Tour fand ich dann in Itzehoe drei größere L46, und der Preis von 65,- € je Tier war auch OK. Es waren zwei Weibchen und ein Männchen, mein Zuchtprogramm konnte also starten. Ein weiterer L46 wurde aus einem Tierfachhandel "gerettet" und aufgepäppelt. Somit hatte ich eine Gruppe von sieben Tieren zusammen. 

Den größten Niederschlag musste ich hinnehmen als mir durch einen dummen Flüchtigkeitsfehler ein Großteil meiner Zuchgruppe gestorben ist. Geduld ist nicht nur die größte Tugent des Aquarianers, sondern sollte auch die seiner Frau sein, wenn es zum shoppen gehen soll. So habe ich nach dem Wasserwechsel vergessen Filter und Heizung wieder einzuschalten. Am Abend waren wir dann auch nicht zu Hause und somit merkte ich erst nach ca. 24 Stunden das Filter und Heizung nicht liefen. Die Temperatur war auf 18 °C abgesaggt und die L46 sahen nicht gut aus. Die vier grossen Tiere haben die nächsten zwei Tage nicht überlebt. Ob ich nun die Temperatur zu schnell oder zu langsam wieder angepasst habe kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall war ich mehr als deprimiert und hätte alle Aquarien mit dem Hammer zerdeppern können.

Der Umzug

Dies war dann auch der Anlass vorerst die Aquaristik still zu legen. Was zu dem Zeitpunkt auch ganz passend war, da sich so der Umzug in das Haus leichter vollziehen lies als mit einer Zuchtanlage und einem besetzten Aquarium. Die restlichen Tiere wurden einem befreundeten Züchter übergeben und das Zuchtregal im Keller des Hauses eingelagert. Dort sollte eigendlich auch das 220 Liter Eck-Aquarium hin, aber mein Umzugteam meinte: "Das passt nicht durch die Kellertreppe!". Also wurde es erstmal im Esszimmer zwischengelagert.

Eingelebt

Nachdem wir uns im Haus eingerichtet und eingelebt hatten, viel der Blick auf das im Esszimmer stehende leere Eck-Aquarium. "Steht doch da ganz gut!", sagte ich innerlich zu mir. "Nur das Becken und auch nichts besonderes ohne Wassergepansche, ganz einfach halt." folgten dann noch in meinem Gedankengängen. Also Becken sauber machen, Kies und Wasser rein, ein paar Pflanzen, fertig! Von einem der Zierfischfreude holte ich mir vier F1 Nachzuchten des Peru Altum Skalar und einen Schwarm rote Neons dazu, klasse. Aber warum sehen die Altum-Skalare so komisch aus? Naja, bei einen KH von fast 9 aus der Leitung mochten sie wohl nicht. Also wurde aus dem Becken das ja ganz einfach werden sollte, wieder ein Weichwasser-Becken mit einem KH um 4. Diesmal erzeugte ich das weiche Wasser aber mit einem Kati-Ani, da die Wasserrechnung nicht wie in der Wohnung durch alle Mietparteien geteilt wird. Hier zahlen wir das Wasser ja alleine. Nach der Umstellung auf den neuen KH-Wert fühlten sich die Altum's wohl und zeigten ihre volle Pracht.

Aquarium Wachstum

Ich war mit meinem "kleinen" 220 Liter Eck-Aquarium ja völlig zufrieden und hatte auch nicht vor mich zu vergrößern, aber der Zufall spielte mir da einen Streich. Auf Shopping-Tour in Kiel schauten wir auch kurz bei Zoo-Knutzen vorbei, da ich noch etwas an den Pflanzen ändern wollte. Uns viel sofort das schön bepflanzte Trigon 350 auf, in dem eine Pflanze war, die mich interessierte. ich glaube es war Pogostemon helferi, und so kamen wir mit dem Verkäufer ins Gespräch. Wie wir auf das Thema Trigon 350 kamen, weiss ich garnicht mehr. Auf jeden Fall stellte sich heraus, dass es ein Ausstellungsstück war und der Preis spitze war. Ich hatte sogar schon den Zollstock in der Hand und habe meinen Astra Kombi ausgemessen, ob das Trigon da rein passt. Es hätte gepasst, aber für 20 € Lieferkosten lasse ich mir es liefern ;-). Eine Woche später wurde das Trigon 350 dann geliefert und im Wohnzimmer aufgestellt. Der Standort im Esszimmer war nicht so toll, da wir ja doch öffter im Wohn-, als im Esszimmer sind. Nach der Einlaufphase zogen dann die Altums um und die roten Neons wurden durch Rotkopfsalmler (Hemigrammus bleheri) ausgetauscht. Die Neons haben über das Aquaristik-SH Forum ein neues Zuhause gefunden.

Nano Aquaristik

Ist nichts für mich :-|  musste ich feststellen. Mir fehlt da leider die Zeit zu. So ein kleines Biotop ist ja doch pflegeaufwendiger als ein grosses Becken. Insgesammt hatte ich 4 meiner 40x35x35 Becken zu Nano-Aquarien umfunktioniert. Ich hielt in diesen Becken Edler-Gubby's, Ringelhechtlinge, Nashorn- und Redfiregarnelen. Nach ca. 1 Jahr in der Nano-Aquaristik habe ich aufgegeben. Als Berufspendler zwischen Osterrönfeld und Hamburg fehlt einem dazu einfach die Zeit. Faszinierent finde ich sie trozdem noch und wenn ich dürfte würde ich mir ein kleines Becken in mein Büro stellen. Ich muss da mal meinen Chef fragen :-).

Hin und her im Jahre 2010

Das Jahr 2010 hat es in sich gehabt! Nicht nur das ich meine Verlobte nun endlich geheiratet habe, nein auch in der Aquaristik hat sich einiges getan. Anfang 2010 überkam mich die Lustlosigkeit in der Aquaristik. Keinen Bock auf Wasserwechsel und all den Kram und auch so war mein Intresse an der Aquaristik eher gering. Also wurde der Besatz und die Pflanzen über das Aquaristik-SH Forum an den Mann gebracht und das Trigon wurde stillgelegt. Aber der Verkauf des Beckens erwies sich als unmöglich. Ob es am Preis oder am Zustand des Beckes lag? Ich weiss es nicht. Ich fand 400,- € für ein komplettes Aquarium mit aller Technik (Filter, CO2 und Kati-Ani) nicht zuviel. Aber die Angebote mancher intressierter Käufer waren schon sehr dreist: "Für 150,-€ nehm ich alles, können Sie mir das auch bringen?" und so kam es, dass das Aquarium noch immer im Wohnzimmer in seiner Ecke stand. Seit mitte November sind auch wieder Kies und Wasser drin, einige Pflanzen habe ich mir über das Aquaristik-SH Forum besorgt. Kurz vor Weihnachten zogen dann auch die ersten Bewohner ein. Zuerst durften 8 CPO's Einzug halten, es folgten dann 39 Hyphessobrycon herbertaxelrodi (schwarzer Neon/ schwarzer Flaggenslamler). Nach einer Woche zogen dann noch vier Rotrücken-Skalare und ein Pärchen Apistogramma borellii (blaue Farbform) ein. Am 24.12. wurde ich durch eines meiner CPO-Weibchen überrascht. Es trug doch ein dickes Ei-Paket mit sich rum. Da unterm Weichnachtsbaum eine Video-Kamera lag, musste ich diese gleich mal einweihen und habe das tragende CPO-Weibchen gefilmt.